Polizeigewerkschaft: warum eigentlich?

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

auf dieser Seite möchten wir zuerst kurz deutlich machen, warum eine Gewerkschaft bei der Polizei überhaupt wichtig ist. Und dann möchten wir darauf eingehen, warum es sinnvoll ist gerade bei uns Mitglied zu sein oder zu werden.

Denkt man an Gewerkschaften bei der Polizei, hören wir immer wieder das Argument, dass uns ja das wichtige Mittel des Streikes fehlen. Das stimmt natürlich.

Aber auch ohne dieses bedeutende Mittel hat die Gewerkschaft für Polizeibeamte sehr wichtige Funktionen. Einige davon möchten wir hier mal nennen:

Sie schaut misstrauisch auf das was die Politik, die Regierung beschließt. Sie schaut darauf, welche gesellschaftlichen Entwicklungen stattfinden. Und vor allem bemerkt sie (natürlich nur wenn sie es gut anstellt!)  gravierende Fehlentwicklungen. Fehlentwicklungen, die teils gravierende Folgen für Kolleginnen und Kollegen bedeuten. All das behält sie aufmerksam im Auge. Stellt sie dann solche Entwicklungen fest, versucht sie hier frühzeitig gegenzusteuern. Sie legt den Finger in die Wunde, kommuniziert mit der Politik, der Regierung und macht gegebenenfalls die Presse darauf aufmerksam. Dieser Druck, insbesondere der Druck der Öffentlichkeit, ist nicht zu unterschätzen.

Wie oft sieht man Vertreter der Polizei-Gewerkschaften in der Presse, wie oft hört und liest man sie? So oft wie keine andere Berufsvertretung. Sie werden eigentlich zu allen relevanten Themen der inneren Sicherheit gehört und das Wort hat durchaus Gewicht.

In vielen Fällen wurden so schon Dinge verhindert, bevor sie dann zum Nachteil der Kolleginnen und Kollegen tatsächlich beschlossen wurden. Auch manches was erst beschlossen wurde, konnte dank des vehementen Einschreiten der Gewerkschaften, wieder rückgängig gemacht oder zumindest in den Folgen für die Beamten deutlich abgemildert werden.

Ebenfalls sehr wichtig: Verbesserungen für die dienstliche Situation der Polizeibeamtin oder des Polizeibeamten werden oft erreicht. Sie werden oft erst durch den Druck der Gewerkschaften eingeführt. Beispielhaft seien hier die Einführung der Schutzwesten oder des Pfeffersprays genannt.

Diese Funktion kann niemals eine einzelne Person übernehmen. Hier braucht es das wache Auge der Gewerkschaften und zwar in einer starken Gemeinschaft.

Aber ohne Euch, ohne die Mitglieder können wir nicht viel erreichen.  Nur wenn möglichst viele dabei sind, hat das was wir tun, wirkliches Gewicht!

Stellt sich  noch die Frage, warum gibt es eigentlich mehrere Polizeigewerkschaften? Es reicht doch eine Gewerkschaft, die sich für uns einsetzt.

Wir meinen: Mehrere Gewerkschaften entsprechen dem Grundgedanken der Meinungsvielfalt, sie beleuchten die Themenbereiche aus unterschiedlichen Sichtweisen und das kann der Sache nur guttun. Und zu guter Letzt ist Konkurrenz ein großer Motivator für jede Gewerkschaft, die sich möglicher Weise, auf bereits Erreichten ausruhen mag.

Wir von der DPolG Köln sind dafür auch bereit uns mit den anderen Gewerkschaften bei der Polizei zusammenzusetzen. Wenn es um die Sache geht, wenn es um die Kollegin, um den Kollegen geht, dann erst recht! Persönlichen Eitelkeiten dürften hier keinesfalls im Vordergrund stehen, das kann und darf, aus unserer Sicht, nicht sein.

Und was ist unsere wichtigste Aufgabe?

Wenn Du in eine besorgniserregende Situation gerätst, wenn ein Verfahren gegen Dich läuft, Du ein belastendes Ereignis im Dienst hattest, dann, genau dann sind wir für Dich da!

Wir knicken auch nicht ein  wenn Ihr uns und den Schutz der Gewerkschaft in Anspruch nehmt weil es Arbeit und Kosten verursacht. Nein, wir stehen Euch bei und kämpfen für Euch!

Wir sind auch für Euch da  wenn Ihr nur einen Rat oder ein Gespräch oder das Vermitteln eines Gespräches benötigt.

Wir nehmen Eure Anliegen ernst, immer und in jedem Fall 

Und wir setzten uns für Euch ein

Uneingeschränkt

Dafür stehen wir von der Deutschen Polizeigewerkschaft in Köln

 

Für den Vorstand:

Thomas Pfeifer, Andreas Schulten, Jessica Kluszczyk, Ekatarina Zenkov

 

Köln am 25.10.2018